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Copyright © Alle Rechte vorbehalten. Erstellt von M.Wenzel.

Hallo, da bin ich wieder, euer Drache. Eigentlich wollte ich mich nicht so schnell wieder melden, aber ich muss euch unbedingt noch etwas erzählen. Ich habe euch doch vom Wandertag berichtet und von dem schönen Gottesdienst, da habe ich vor lauter Begeisterung etwas ganz Wichtiges vergessen.

Von meinem Platz aus habe ich beobachtet, wie meine Menschen wieder meine Kirche geschmückt haben. Den Altar haben sie ganz besonders schöngemacht mit neuen Kerzen und vielen bunten Blumen. Doch plötzlich -  ich dachte, ich sehe nicht richtig - haben sie unser Altarkreuz aufgestellt. Ihr habt richtig gehört, unser echtes, einziges, einmaliges, wunderschönes Kreuz! Ich dachte schon, dass ich es nie wiedersehen werde, es sind doch schon mehr als 10 Jahre vergangen, als es das letzte Mal auf unserem Altar stand. Meine Menschen haben schon oft darüber gesprochen, wo das Kreuz wohl sein könnte, sie haben immer wieder gefragt und nicht aufgegeben, bis sie endlich wussten, wo es ist. So sind meine Menschen nun mal, lassen sich nicht so einfach abwimmeln. Eigentlich würde es mich nicht wundern, wenn sie eines Tages sogar meine Glocke wiederbringen.

Ich war noch ganz in Gedanken versunken, ließ meinen Blick durch die schöne Kirche schweifen, da sah ich auf dem Harmonium - einen Drachen! Wie kann das sein? Sofort habe ich hier oben durchgezählt, wir waren vollzählig, alle noch da!

Wer war also dieser Unbekannte, der uns zum Verwechseln ähnlich sieht? Es  hat noch eine Weile gedauert, bis ich hören konnte, was meine Menschen darüber erzählt haben:

Den Drachen hat Familie Seidlitz mitgebracht. Er stammt aus dem Blockhaus "Albrechtsruh" in Benneckenstein. Das Blockhaus gehörte zum Besitz des Fürsten Albrecht von Lüneburg/Braunschweig und wurde 1940  von einem Vorfahren der Familie Seidlitz zusammen mit einem Grundstück erworben. Dieses Blockhaus war im gleichen Baustil wie unsere Kirche gebaut.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Besitzer enteignet, Haus und Grundstück verkauft. Erst nach 1990 wurden zuerst die Grundstücke und später auch das Blockhaus auf die Erben, Familie Seidlitz, rückübertragen. Die Freude darüber währte nur kurze Zeit, denn das Blockhaus fiel einer Brandstiftung zum Opfer und wurde vollständig zerstört. Lediglich ein einziger Drachenkopf konnte gerettet werden...

Der Drache tut mir echt leid. Für einen Drachen gibt es nichts Schlimmeres, als wenn er sein Haus nicht beschützen kann, dafür sind wir schließlich da. Aber gegen Feuer sind auch wir machtlos. Jetzt hat er bei uns ein neues Zuhause gefunden, schließlich gehört er doch zur Familie!  

Übrigens, den Drachen und das Kreuz haben meine Menschen wieder mitgenommen, sicher ist sicher, oder besser gesagt, hier ist ja leider nichts mehr sicher. Sie bringen den Drachen aber immer wieder mit. Kommt uns doch mal besuchen, dann könnt ihr unser neues Familienmitglied kennenlernen. So, das war's für heute.

 

Liebe Grüße

 

Euer Drache der Stieger Stabkirche

 

Alte Bekannte und neue Freunde